FFZ18 Short-List: Marko Doringer „Nägel mit Köpfen“

Wir alle brauchen ein Zuhause. Aber muss man deshalb gleich zusammenleben?

Mit der Freundin zusammenzuziehen – der Gedanke erfüllt den Filmemacher Marko Doringer mit Angst und Zweifel: Fühlt sich das richtig an? Ist das Zweifeln normal? Um das herauszufinden, nimmt er nicht nur seine Beziehung unter die Lupe, sondern wirft auch einen genauen Blick auf unterschiedliche Lebensentwürfe seiner Generation. So entsteht eine geistreiche Studie über Beziehungen in der heutigen Zeit sowie den Spagat zwischen Ich-konzentriertem Leben und den Wünschen des jeweils anderen.

Ebenso einfühlsam wie (selbst-)ironisch setzt sich der Film mit diesem sehr privaten Thema auseinander, das symptomatisch für eine ganze Generation zu sein scheint. Ein Film über Liebe, Egoismus, Solidarität, Versagensängste und Mut.

Die Fortsetzung des österreichischen Kultfilms MEIN HALBES LEBEN führt uns diesmal nach Wien, Berlin, Belgrad, Dubai und Addis Abeba: NÄGEL MIT KÖPFEN ist ein ironisch-analytisches Generationenportrait und eine humorvolle, bitter-süße Suche nach dem Glück zu zweit.

NÄGEL MIT KÖPFEN ist eine unabhängige, österreichische Produktion von Autor, Regisseur und Produzent Marko Doringer, entstanden mit der Unterstützung vom ORF Film/Fernseh-Abkommen und in Zusammenarbeit mit Radio Bremen/ARTE. Gefördert durch das Österreichische Filminstitut, dem Filmfonds Wien, Filmstandort Austria sowie den Landesregierungen von Niederösterreich, Steiermark und Salzburg.

FFZ18 Short-List: Wolfgang Fischer „Styx“

Styx ist ein Spielfilm von Wolfgang Fischer aus dem Jahr 2018. Die Premiere der deutsch-österreichischen Koproduktion mit Susanne Wolff in der Hauptrolle erfolgte am 16. Februar 2018 im Rahmen der 68. Internationalen Filmfestspiele Berlin, wo der Film als Eröffnungsfilm der Sektion Panorama Special gezeigt und mit dem Heiner-Carow-Preis der DEFA-Stiftung ausgezeichnet wurde. Das US-Branchenblatt Variety listete „Styx“ unter die zehn besten Filme der Berlinale, das Publikum wählte ihn zum zweitbeliebtesten Film im Programm.

„Styx“ erzählt schnörkellos von einer Notärztin (Susanne Wolff), die alleine eine Segelreise unternimmt und plötzlich auf offenem Meer auf ein sinkendes Flüchtlingsschiff stößt. Andere Frachter fahren weiter, Rettung lässt auf sich warten. Dass sie mit ihrem kleinen Boot nicht allen helfen kann, ist klar – doch wie sich verhalten? „Das ist das große Dilemma der Geschichte“, so Wolfgang Fischer: „Wie verhalten wir uns? Und was können wir tun?“

FFZ18 Short-List: Greta Gerwig „Lady Bird“

Lady Bird ist eine US-amerikanische Tragikomödie von Greta Gerwig, die auf einem Originaldrehbuch der Regisseurin basiert. Der Film erzählt von der willensstarken, kalifornischen  Christine McPherson, dargestellt von Saoirse Ronan, die sich danach sehnt, ihre Heimatstadt zu verlassen und an der US-Ostküste zu studieren. Dadurch gerät sie vor allem in Konflikt mit ihrer überfürsorglichen Mutter (Laurie Metcalf), die versucht, die Familie zusammenzuhalten. Das Drehbuch greift zahlreiche Elemente aus Gerwigs Lebensgeschichte auf. Trotz der Parallelen möchte Gerwig den Film nicht als autobiographisches Werk verstanden wissen.

Die Premiere des Films erfolgte im Rahmen des Telluride Film FestivalsLady Birdwurde eine Vielzahl an Auszeichnungen zuteil, darunter zwei Golden Globe Awards 2018 für die beste Filmkomödie und für Hauptdarstellerin Saoirse Ronan sowie fünf Oscar-Nominierungen, unter anderem als bester Film.

FFZ18 Short-List: Thomas Stuber „In den Gängen“

Mit „In den Gängen“ zeichnet Regisseur Thomas Stuber sensibel das Bild Lebenswelt eines einfachen Angestellten in der ostdeutschen Provinz. Der schweigsame Christian (Franz Rogowski) tritt eine neue Stelle im Großmarkt an. Bruno (Peter Kurth) aus der Getränkeabteilung nimmt ihn unter seine Fittiche und zeigt ihm, wie die Dinge in dem kleinen Universum funktionieren. Die beiden werden schnell Freunde. Auch die anderen Mitarbeiter behandeln Christian bald wie ein Familienmitglied. Als er sich in Marion (Sandra Hüller) von den Süßwaren verliebt, drückt der ganze Großmarkt ihrer Liebe die Daumen. Einziges Problem: Marion ist bereits verheiratet. Obwohl es heißt, sie sei in ihrer Ehe nicht glücklich, respektiert der schüchterne Christian ihr Gelübde und hält seine Hormone so gut es geht im Zaum. Die beiden kommen sich dennoch näher und bald ist klar, dass auch Marion Gefühle für ihren Kollegen hegt. Dann kommt sie eines Tages plötzlich nicht mehr zur Arbeit…

FFZ18 ÖSTERREICH PREMIERE! Peter Mortimer & Josh Lowell „The Dawn Wall“

 

Kletterfilm des Jahres & Österreich Premiere bei Film Fest Zell 2018!

Im Januar 2015 sorgen zwei Amerikaner für ein weltweites Medienspektakel: Kletterikone Tommy Caldwell und Boulder Star Kevin Jorgeson wollen das Unmögliche möglich machen und die Dawn Wall erklimmen – eine kilometerhohe Felswand im Yosemite Nationalpark in Kalifornien, die als unbezwingbar gilt. Von den Medien und Hunderten Schaulustigen begleitet, leben die beiden Profi-Sportler knapp drei Wochen in einem Lager in der Wand – essen, schlafen und klettern über einem Hunderte Meter tiefen Abgrund.

Für Tommy Caldwell ist die Dawn Wall weit mehr als eine herausfordernde Kletterroute. Die Wand ist der Höhepunkt aller Hürden, die er in seinem Leben überwinden musste. Mit 22 Jahren wurde er bei einer Expedition in Zentralasien von Rebellen als Geisel genommen. Zurück in den USA, verliert er kurz darauf durch einen Unfall seinen Zeigefinger. Es heißt, er könne nie wieder klettern, Tommy jedoch trainiert noch mehr als jemals zuvor und beweist das Gegenteil. Als seine Ehe scheitert, bekämpft er den Schmerz mit dem außergewöhnlichen Vorhaben die Dawn Wall frei zu klettern. In einer Gratwanderung zwischen Hingabe und Besessenheit, versucht er die Route gemeinsam mit Kletterpartner Kevin Jorgeson zu klettern.

Beim finalen Versuch, steht Tommy vor der entscheidenden Frage, weiterhin an seinem Traum festzuhalten oder den eigenen Erfolg aufs Spiel zu setzen, um die Freundschaft mit Kevin zu wahren.

Regie bei „The Dawn Wall“ (Durch die Wand) führten die erfahrenen Bergfilmer Josh Lowell und Peter Mortimer, die Bildgestaltung übernahm Brett Lowell. Der Film wurde produziert von Red Bull Media House (Philipp Manderla) zusammen mit Sender Films (Josh Lowell, Peter Mortimer).

Philipp Manderla, Filmemacher und Content-Stratege, arbeitet seit 2005 im Red Bull Media House, wo er die Cinema-Abteilung leitet. Er produziert erfolgreich TV-Formate und Dokus zu verschiedenen Themen produziert, von Breakdance (TURN IT LOOSE) über Skifahren (MOUNT SAINT ELIAS, STREIF – ONE HELL OF A RIDE) bis hin zum Surfen (STORM SURFERS 3D), Snowboarden (THE FOURTH PHASE) und Klettern (RORAIMACERRO TORRE – A SNOWBALL’S CHANCE IN HELL und jetzt THE DAWN WALL).

Philipp wurde in Salzburg geboren und aufgewachsen, studierte Rechtswissenschaften in Wien, Straßburg und Los Angeles und promovierte 2004. Im selben Jahr schrieb und produzierte er mit seinem Debütfilm ZEN & ZERO den ersten österreichischen Surffilm weltweit. ZEN & ZERO wurde vielfach ausgezeichnet und gilt heute als Klassiker unter den Surf-Roadmovies. Und so haben wir ihn damals kennengelernt: Wir – Kultur Raum Zell – beschlossen damals, diesen Film in den Pinzgau zu bringen und organisierten ein Screening im Steinerwirt. Zu dem nicht nur zahlreiche Besucher kamen, sondern auch Philipp. Als wir ihn im vergangenen Jahr zur Premiere von Film Fest Zell einluden, beglückte er uns mit „Turn it Loose“ – einem wunderbaren Breakdance Film – und seiner Anwesenheit. Und jetzt mit dem Kletterfilm des Jahres. Thanks!!!

Es freut uns ganz besonders, dass Produzent Philipp Manderla bei der Premiere persönlich anwesend sein wird. Und natürlich gibts ein spannendes Bühnengesprächs zum „Making of“ von „The Dawn Wall“!

 

FFZ18 Short-List: Juliana Antunes „Baronesa“

Den avanciertesten Beispielen des neueren brasilianischen Dokumentarkinos dient die Favela als Ausgangsort einer selbstreflexiven Ethik und Politik der Repräsentation: Was, wen, wie und mit welchen Konsequenzen zeigen oder eben nicht? In ihrem Filmdebüt vereint Antunes in der titelgebenden Favela bei Belo Horizonte elliptische Aussparungen und räumliche Ökonomisierung mit den Zumutungen repetitiver Unbestimmtheit. Im Zentrum: Die Nachbarinnen Andreia und Leid, die eine will unbedingt weg, die andere wartet notgedrungen auf ihren inhaftierten Mann; auf den Straßen herrscht der Drogenkrieg. Tagtäglicher Überlebenskampf – und zwei Frauen, die ihn kämpfen. (Quelle: www.viennale.at)

FFZ18 Short-List: Samuel Maoz „Foxtrot“


Foxtrot
 ist ein Antikriegsfilm und Drama des israelischen Regisseurs Samuel Maoz aus dem Jahr 2017. Bei den Internationalen Filmfestspielen von Venedig 2017 gewann er den Grand Prix der Jury (Silberner Löwe). Gezeigt wurde die israelisch-deutsch-französische Koproduktion auch im Rahmen des Toronto International Film Festivals sowie in Sundance. In Israel wurde Foxtrot mit insgesamt acht Ophir Awards ausgezeichnet und als bester fremdsprachiger Film für die Vorauswahl der Oscarverleihung 2018 nominiert.

Der Film setzt sich kritisch mit der israelischen Armee auseinander und wurde sehr umstritten diskutiert. Neben den Elementen eines Antikriegs-Dramas und einer Tragikomödie beinhaltet er auch Elemente eines Familiendramas, ist dabei aber durchgehend mit einem speziellem Humor und einer gewissen Satire gespickt.

Zum Inhalt: Dem Ehepaar Michael und Daphna Feldmann wird eines Tages die Nachricht überbracht, dass sein Sohn Jonathan, der zu der Zeit beim israelischen Militär dient, an der Front gestorben sei. Während die Mutter in Verzweiflung zusammenbricht, überkommt Michael die blanke Wut. Doch dann überbringt das Militär eine überraschende Nachricht…

FFZ18 Short-List: Hans Weingartner „303“

FFZ18 Richard Rossmann „Ski Heil – Die zwei Bretter, die die Welt bedeuten“

Heute präsentieren wir einen Film unserer Short-List, der uns ganz besonders am Herzen liegt: Denn erstens geht es darin ums Skifahren, zweitens ist es ein sehr persönliches Portrait über die Anfänge dieses Sports und drittens wurde der Film von Richard Rossmann – einem gebürtigen Saalfeldner – gedreht. Cineastenherz, was willst Du mehr?

„Volkssport, Wettkampfdisziplin und Tourismus-Attraktion: Skifahren ist heute selbstverständlich, doch das war nicht immer so. Vor 80 Jahren donnerten vier österreichische Buben auf selbstgezimmerten Eschenbrettern die verschneiten Berge hinunter, brachten es zu ersten sportlichen Erfolgen und wurden damit zu den Mitbegründern einer Massenbewegung.

« Ski Heil – Die zwei Bretter, die die Welt bedeuten» ist eine sehr persönliche Reise: Durch das Leben meines Vaters Richard Rossmann und seiner Skifahrerkollegen Karl Koller, Eberhard Kneisl und Guzzi Lantschner. Der Film erzählt von ihren Pioniertaten, ihrer gemeinsamen Liebe zum Skisport und zu den Bergen, die sie ihr Leben lang begleitete, ihnen ein Tor in eine schillernde Welt öffnete und ihnen manchmal half, persönliche und politische Abgründe zu überbrücken. Und davon, wie ich über diese Leidenschaft meinen über 60 Jahre älteren Vater noch einmal von einer ganz anderen Seite aus kennen gelernt habe.“

– Richard Rossmann

FFZ18 Short-List: Gus Van Sant „Don’t worry he won’t get far on foot“

John Callahan (Joaquin Phoenix) hat keine Ahnung, wo sein Leben einmal hingehen soll, und verbringt deswegen die meiste Zeit mit Saufen und Partys. Doch genau das wird ihm eines Tages zum Verhängnis, als er mit dem Spaßvogel Dexter (Tenacious D. Frontman Jack Black) unterwegs ist, der alkoholisiert am Steuer einschläft und einen Unfall baut. Dexter selbst hat nur ein paar Kratzer, John hingegen ist für den Rest seines Lebens an den Rollstuhl gefesselt. Seine Lebenslust und seinen Sinn für Humor verliert er dadurch jedoch nur vorübergehend. Vielmehr findet er dank ihnen bald wieder zurück ins Leben, zudem kann mit Hilfe einer skurrilen Anonyme-Alkoholiker-Gruppe um den charismatischen Donny sogar seine Alkoholsucht überwinden und sogar die Liebe findet er in den Reihen der Gruppe. Schlussendlich entdeckt er sein Talent fürs Zeichnen und wird mit seinen schockierend-schwarzhumorigen Cartoons weltberühmt…

„Don’t Worry, He Won’t Get Far on Foot“ ist eine US-amerikanische Filmbiografie von Gus Van Sant, die am 19. Januar 2018 im Rahmen des Sundance Film Festivals erstmals gezeigt wurde. Sie basiert auf der Autobiografie des Zeichners John Callahan.